Ich will Spass!

Ich will Spass! - oder auch ein Gedanke über das „Schubladen-Denken“ 

Als ich vor einigen Jahren meine ersten „Erfahrungen“ und Seminare besuchte, wurde mir relativ schnell klar, dass es einige (viele!) Themen bei mir gab, die ich bearbeiten musste.  Und Zack! Schon war es da: Bearbeiten müssen – arbeiten!!! Bäh! Irgendwann habe ich mir dann gedacht, dass man Spiritualität schon ernst nehmen sollte! Mmh.... ernst nehmen und arbeiten müssen.....war ja klar was dabei rauskommt.  Ich wollte mich weiterentwickeln, aber in meinem Bewusstsein war wohl die Überzeugung, dass dies ein WIRKLICH WIRKLICH ernstes Thema ist...  Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zusammen mit den anderen Teilnehmerinnen im Seminarraum saß und unsere Ausbilderin Tatjana uns fragte warum wir denn immer so ernst schauen würden! Tja, wir haben alle ganz schön verdutzt geguckt..... und uns anschließend selbst mal unter die Lupe genommen. Recht schnell wurde uns klar, dass wir doch sehr geprägt waren vom Stillsitzen in der Kirche und dem dementsprechenden „Ernst der Lage“ :-)  „Ernst“ war aus unserer eigenen „Schublade“ geboren, der Schublade, in den wir selbst die spirituelle Arbeit (?) gesteckt hatten.... 

Nun, einige Zeit (Jahre) später bin ich mit Spaß und Neugier dabei, mich immer wieder selbst zu erforschen und nehme mich selbst auch nicht mehr so ernst....doch das Schubladendenken über die Spiritualität und Esoterik verfolgt mich noch ab und an.  Eine leider nicht so ganz nette Episode war die, als eine alte Schulfreundin mich auf Facebook entdeckte und mir eine Freundschaftsanfrage schickte. Ca. 4 Wochen später fragte sie mich: Oh Gott, bist du etwa spirituell geworden??? - und ent-likte mich direkt wieder. Mmmh....ob sie Angst hatte, ich könnte ansteckend sein? Nee, schrieb ich, bin nicht spirituell GEWORDEN...bin ich schon immer! Aber zack, war ich in ihrer Eso-Schublade gelandet..... (mehr darüber im nächsten Blog – „wenn du dich veränderst“!) 

Etwas witziger war dann doch der nette Mann (wer weiß, vielleicht erkennt er sich hier ja wieder..lach..), der total überrascht war von mir: wie das, ich würde einen Cocktail trinken? Ein Glas Wein? Und ich sei ja ganz normal? Würde gerne tanzen? Und sei auch ganz ordentlich angezogen, sprich „man würde mir ja so gar nicht ansehen, dass ich so spirituell sei? Ich konnte sofort seine Vorstellung bildlich wahrnehmen :-) 

Nun ja, ich bin spirituell. Das ist für mich eine Lebenseinstellung. Das Leben hinterfragen. Eigenverantwortlich sein. Bewusst sein. Heißt nicht automatisch esoterisch. Kann sein. Und darf sein.  Und ja – ich will Spass haben! Ich will tanzen gehen, lachen, Alkohol trinken, feiern, auch mal über die Stränge schlagen! LEBEN, LIEBEN, LACHEN! Das Leben geniessen! In allen Facetten!  Ob ich „normal“ bin oder „anders“ - ist auch nur eine Schublade! Und hat nur die Bewertung, die du ihm gibst.  Das Leben will gefeiert werden....... außerhalb unserer Schubladen! Wenn du dich befreien und raus aus deiner Box willst, dann melde dich bei mir! 

Von Herz zu Herz Marita 

Marita Gross